Annabell Makowski, Gesundheitsberaterin

Ich bin ein leidenschaftlicher Mensch und habe mich aktiv dafür entschieden, das zu machen, was mich glücklich macht, nachdem ich mich viele Jahre irgendwie fehl am Platz gefühlt habe. Nach meiner Akademiker-Laufbahn als Britische Literaturwissenschaftlerin habe ich eine Ausbildung zur Gesundheitsberaterin (IHK) absolviert und mich Anfang des Jahres damit selbstständig gemacht.

Heute berate ich Privatpersonen ganz individuell rund um das Thema ganzheitliche Gesundheit. Der Fokus liegt meistens auf individuelle und typgerechte Ernährung für mehr Wohlbefinden und Gesundheit. Aber bei meiner Arbeit geht es zum Beispiel auch darum, gemeinsam Stressquellen auf die Spur zu kommen, um sie nach und nach aus dem Leben zu streichen. Darüber hinaus buchen mich auch kleinere und mittelgroße Gruppen für Gesundheitstage im Unternehmen oder für Abende gemeinsam mit Freunden, köstlichen Gerichten und „Gesundheits-Talk“. Ich liebe die Idee dieser anderen Art der Abendgestaltung, weil wir in privater Atmosphäre zusammen kochen, über ausgewählte Gesundheitsthemen sprechen und am Ende bekommt jeder von mir ein kleines Paket mit Inspirationen und Informationen für Zuhause mit.

Wie kam es, dass du dich für Gesundheit so ausgiebig interessiert hast und diese Interessen zu deinem Beruf machen wolltest?

Schon als kleines Mädchen habe ich mich sehr für körperliche Bewegung und Kochen interessiert. Nach meinem Abitur wollte ich eigentlich Ernährungswissenschaften studieren, hatte aber damals zu große Angst vor den Fächern Chemie, Physik und Mathematik. Deshalb bin ich zunächst meiner anderen Leidenschaft für Sprachen und Kunst nachgegangen und habe in diesem Bereich acht Jahre lang studiert und 5 Jahre davon auch am Lehrstuhl der Anglistik gearbeitet.

2013 setzte ich nach fast 10 Jahren die Anti-Baby-Pille ab und in derselben Zeit hatte ich extremen Stress, weil ich mein Promotionsstudium sowie meine damit verbundene Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Dozentin an der HHU angefangen hatte. Diese Kombination aus hormonellem Chaos, Selbstzweifeln sowie Ängsten zu Versagen hat meinen Körper und meine Seele so sehr belastet, dass ich die Jahre darauf mit extremem Haarausfall, Akne und depressiven Verstimmungen zu kämpfen hatte. Damals wusste ich nicht, wie ich damit umgehen sollte und mit wem ich darüber sprechen konnte. Ich war zwar in den Jahren an der Uni ziemlich erfolgreich, aber irgendwie war jeder Schritt ein extremer Kraftakt und hat mir persönlich insgesamt nicht das gute Gefühl verliehen, nach dem ich mich gesehnt hatte.

Der Höhepunkt meines Tiefpunkts kam dann 2015, als ich mich für ein Stipendium für meine Doktorarbeit an der Columbia University in New York beworben hatte. Zwar bekam ich das Stipendium, aber ich war so ausgebrannt, dass ich mich gar nicht richtig freuen konnte und kurz vor der Reise bin ich nervlich zusammengebrochen. In New York habe ich dann die Zeit genutzt, um an meiner Gesundheit und meiner Zukunft zu arbeiten. Zurück in Deutschland habe ich mir dann ein paar Monate nur für mich genommen und sehr viele Bücher über den Sinn des Lebens, alternative Heilmethoden und die Kraft der Pflanzen gelesen. Körperlich und seelisch ging es mir durch viel Zeit für mich, Basen-Fasten und einer Darmreinigung immer besser. Ich erkannte in dieser Zeit, dass kein Titel und keine Erwartung von irgendwem anders oder von mir selbst mich gesund und glücklich machen würden. Nur ich selbst konnte etwas für mein Glück und meine Gesundheit tun.

Es war dann auch nur eine Frage der Zeit bis ich die Ausbildung zur Gesundheitsberaterin an der Akademie Gesundes Leben in der Nähe von Frankfurt entdeckte und mich sofort in das ganzheitliche Programm verliebte. In den letzten zweieinhalb Jahren ist extrem viel passiert, objektiv betrachtet auch viel schlechtes. Allerdings habe ich gelernt, den Fokus durch eine liebevolle Art auf mich zu legen und negative Situationen als Erfahrung für das eigene Wachstum zu sehen. Die Entscheidung für den Bereich Gesundheit und zuallererst für meine eigene Gesundheit war die beste Entscheidung meines Lebens und ich kann heute sagen, dass ich insgesamt noch nie glücklicher und gesünder war. Auch wenn ich quasi in die Ungewissheit gesprungen und mit meiner neuen Selbstständigkeit allein auf mich gestellt bin, vertraue ich meinem Fluss des Lebens so sehr wie noch nie zuvor.

Was genau bedeutet Gesundheit für dich und welche Philosophie steckt dahinter?

Gesundheit ist etwas ganzheitliches für mich. Eine Kombination aus natürlicher, individueller Ernährung, körperliche Bewegung und seelischem Gleichgewicht. Gesundheit bedeutet für mich, im Fluss zu bleiben, dem eigenen Leben zu vertrauen, sich bei sich selbst fallen lassen zu können.

Meine etwas andere Philosophie von Gesundheit bezieht sich auf meinen Vergleich des Lebens mit Eintöpfen. Ich bin leidenschaftliche Eintopfköchin und ich vergleiche gerne den Eintopf mit dem Leben. Alles, was wir so in welcher Form auch immer in den Eintopf werfen, hat Auswirkungen auf den Geschmack, die Konsistenz und das Gefühl, das wir nach dem Essen haben. Ein köstlicher und ausgewogener Eintopf benötigt verschiedenste Komponenten. Und wenn einmal alle Zutaten im Topf sind, bekommen wir die Zutaten nicht mehr auseinander. Ich esse meinen eigenen Eintopf und verdaue ihn. Wenn er aber nicht gut schmeckt, weil ich minderwertige Produkte verwertet habe oder bestimmte Komponenten fehlen, kann ich ihn nicht genießen. Das heißt auch, dass meinem Körper nicht die nötigen Nährstoffe zur Verfügung gestellt werden können und an dieser Stelle können auch Krankheiten entstehen.

Gesundheit ist für mich ein Prozess und viele „falsche“ Entscheidungen können mit neuen förderlichen Entscheidungen positiv beeinflusst werden. Ich selbst erwische mich immer wieder dabei, dass ich in Bezug auf meine Gesundheit ungeduldig werde. Manchmal frage ich mich, wieso dies oder das nicht schneller geht. Am Ende des Tages erkenne ich den Prozess meines Körpers und meines Lebens an und erinnere mich daran, dass die Auswirkungen vieler Jahre der Missachtung meines Körpers und meiner Seele nicht in ein paar Wochen und Monaten in ihrer Gänze verschwinden können. Der wichtigste Schritt ist aber allemal damit getan, dass die Erkenntnis, etwas verändern zu müssen, um sich wieder gut zu fühlen, da ist.

Wie sieht deine Arbeitsweise mit deinen Klienten aus und was möchtest du ihnen vermitteln?

Ganz am Anfang steht immer ein kurzes persönliches Gespräch oder ein kurzes Telefonat. Ich möchte meinen Klienten die Möglichkeit geben, sich einen ersten Eindruck von mir zu machen und ihr Anliegen schildern zu können. Mir ist wichtig zu erwähnen, dass ich niemanden therapiere und keine Heilpraktikerin oder Ärztin ersetze. Ich biete den Raum und die Zeit, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen und gemeinsam herauszufinden, welche Schritte und Werkzeuge in den Alltag integriert werden können, um die Lebensqualität zu steigern oder begleitend zu einer medikamentösen Therapie das Leben zu erleichtern.

In diesem ersten Gespräch machen wir einen Termin für unser erstes ausführliches Gespräch bei mir im Büro aus. Meistens mit ein paar Tagen Vorlauf, denn oft ist es nützlich, dass die Klientin oder der Klient ein paar Tage ein Ernährungsprotokoll schreibt und meinen Konstitutionstypen-Test ausfüllt. Die Unterlagen verschicke ich vorab per Email. Die Daten und Ergebnisse sind wichtig, weil sie mir einen groben Überblick über den Zustand der Person geben. Manchmal passiert es aber auch, dass wir schon am nächsten Tag zusammenkommen und das ist auch in Ordnung, weil es bei dem ersten Gespräch in erster Linie um das Anliegen meines Gegenübers geht. Mittlerweile kann ich ganz gut auf den ersten Blick sehen, wo angesetzt werden kann und deshalb funktioniert es auch spontan, dass wir am Ende der ersten Stunde 2 bis 3 Ansatzpunkte haben, die ab sofort umgesetzt werden können.

Mein Kennenlern-Angebot umfasst zwei Stunden à 60 Minuten sowie ein kostenloses Anschluss- oder Abschlussgespräch am Telefon oder via Face-Time/Skype. Zwischen dem ersten und zweiten Gespräch liegen meistens zwei Wochen, in denen die Klientin oder der Klient diese Veränderungen umsetzt. Dabei ist es wichtig, dass diese Neuerungen nicht zu schwierig oder unrealistisch sind. Sie müssen 90 – 100 % praktikabel für die Person selbst sein, die sie durchführt. Kleinere Erfolge können meist schon mit kleinen, individuell angepassten Veränderungen, erzielt werden und mir ist es wichtig, dass sich jeder wohlfühlt dabei.

Zusätzlich gibt es von mir nach jedem Treffen eine Zusammenfassung und einen Überblick über die Ziele bis zur nächsten Sitzung. Nachdem der Test zum Ernährungs- und Körpertypen ausgefüllt wurde und ich die Person schon einmal treffen durfte, gibt es diesbezüglich auch eine Analyse von mir. Manche KlientInnen begleite ich nur ein paar Wochen, andere benötigen eine intensivere Begleitung, die über einen längeren Zeitraum und in kürzeren Abständen stattfindet. Dabei muss es sich nicht immer nur um Gespräche in meinem Büro handeln, Teil meiner Arbeit ist es auch, zusammen einkaufen zu gehen oder zu kochen. Praktische Einheiten, die das Leben im Alltag erleichtern, sind auch enorm wichtig. Deshalb lautet mein Motto: Individuell. Flexibel. Köstlich. Jeder Mensch hat ganz eigene Bedürfnisse und Eigenschaften und es ist mir sehr wichtig, diese zu berücksichtigen.

Die meisten Ernährungsberater sehen es als Aufgabe, Rezepte zur Verfügung zu stellen und Lebensmittel in richtig oder falsch zu etikettieren. Worin unterscheidet sich hier deine Arbeitsweise?

Meine Arbeitsweise ist darauf ausgerichtet, auf den individuellen Menschen einzugehen. Das bedeutet für mich auch, dass es kein richtig oder falsch gibt. Wie fühlt er oder sie sich mit diesem oder jenem Lebensmittel? Wer entscheidet darüber, ob etwas gut oder schlecht für mich ist, wenn nicht ich selbst? Ich sehe mich als Quelle von Impulsen und Inspiration, denen ich individuell zugeschnittene Struktur gebe, die sich dennoch natürlich und leicht anfühlt. Schließlich sollen die Veränderungen langfristig beibehalten werden und praktikabel sein, weil sonst schnell die Luft und Lust ausgeht. Gleichzeitig gehört es dazu, dass es auch immer Phasen geben wird, in denen es schwierig ist, gewisse Veränderungen beizubehalten. Aber auch das ist in Ordnung, solange das eigene Wohlbefinden und die eigene Gesundheit nicht aus den Augen verloren werden.

Auf meinem Blog teile ich zwar Rezepte zu leckeren Eintöpfen und Gemüsepfannen, aber es ist jedem selbst überlassen, ob diese verwendet werden. Mein persönlich liebster Ansatz ist es, frei Schnauze mit einer groben Anleitung zu kochen. Für meine KlientInnen habe ich dafür spezielle Broschüren entwickelt, die mit den verschiedenen Komponenten – die meiner Meinung nach in keinem ausgewogenen Essen fehlen dürfen – arbeiten. Das bedeutet, dass jeder selbst entscheidet, auf welche Zutaten sie oder er gerade Lust hat und sich mit der Anleitung die köstliche Mischung zaubert. Wenn der Bedarf da ist, suche ich auch Rezepte aus Kochbüchern heraus und stelle sie für den privaten Gebrauch zur Verfügung.

Mein Ansatz ist recht intuitiv, was manchen am Anfang nicht ganz so leicht fällt, aber mir wurde schon einige Male berichtet, dass es nach ein paar Versuchen sehr viel einfacher fällt und dass sogar eine Leidenschaft fürs Kochen entwickelt wurde, die vorher nicht da war. Auf der anderen Seite habe ich auch einige Tipps und Tricks auf Lager, wie man schnelles Essen ausgewogener gestalten oder worauf man auf Reisen besonders achten kann.

Wie ist deine Meinung zu Diäten? Kann man eine Art von Diät auf alle Menschen pauschalisieren?

Das Wort Diät kommt ja ursprünglich aus dem Altgriechischen und bedeutet „Lebensführung“. Von dem heutigen Begriff einer Diät, die sich oft dadurch kennzeichnet, dass auf Dinge verzichtet werden muss, halte ich nichts. Gesundheit bedeutet für mich Fülle und Reichtum jeglicher Art. Restriktion und Verzicht sind für mich kein Akt der Liebe, sondern fördern eher unsere Ängste, Zweifel und unsere Wut über die fehlende Selbstdisziplin, wenn etwas nicht so läuft wie es vorgeschrieben ist.

Wie kann ich glücklich und gesund sein oder werden, wenn ich mal mehr oder weniger krampfhaft an Regeln und Vorsätzen festhalte, die vielleicht gar nicht zu mir passen? Dass gewisse Rahmenbedingungen für Veränderungen geschaffen werden müssen, ist auch wichtig. Aber der Versuch sich selbst zu kontrollieren und den eigenen natürlichen Fluss zu behindern, kann für mich kein angenehmer Weg sein. Eine gesunde Lebensführung besteht für mich darin, Spannung mit Entspannung abzuwechseln, Aktivität und Müßiggang gleichermaßen wertzuschätzen und das Leben in vollen Zügen zu genießen. Warum wird uns so oft gepredigt, dass nur die harten in den Garten kommen oder wir unsere Zähne zusammenbeißen müssen, um einem unrealistischen Ideal von Außen zu entsprechen? Kann ich nicht einfach so sein wie ich bin, mit meinen Höhen und Tiefen?

Auf der anderen Seite ist es trotzdem wichtig, ein paar Dinge zu beachten. Zum Beispiel unterstreiche ich immer, dass es entscheidend ist, möglichst viel natürliche Nahrung zu essen und industriell verarbeitete Produkte öfter mal links liegen zu lassen, weil sie unserem Körper und unserer Seele nicht das geben können, was sie benötigen.

Welche Tipps hast du für mich, wenn ich lernen möchte mich intuitiv zu ernähren?

Das Thema intuitives Essen beschäftigt mich sehr und aus Erfahrungen mit mir selbst und mit KlientInnen weiß ich, dass es nicht unbedingt ganz einfach ist, sich intuitiv zu ernähren. Meiner Meinung nach fängt intuitives Essen mit Liebe und Respekt sich selbst gegenüber an. Das mag sich vielleicht etwas seltsam anhören, aber erst wenn ich mich dafür entscheide, gut zu mir zu sein und zum Beispiel auf industriell verarbeitete, unnatürliche Nahrung öfter mal zu verzichten, kann ich besser spüren, was ich eigentlich brauche. Stark verarbeitete Produkte können dazu führen, dass die Verbindung zu unserer Intuition sich verschlechtert und vollwertige, nährstoffreiche Nahrung wird dem Körper immer kurz- und auch langfristig sehr gut dienen.

Was ist nun, wenn du totalen Heißhunger auf Chips und Schokolade hast? Du kannst dich an dieser Stelle fragen, ob das jetzt deine Intuition ist oder doch dein Körper, der zu viele Stunden nichts Gutes zu essen bekommen hat und jetzt durch deinen zu stark schwankenden Blutzuckerspiegel versucht, interne Prozesse zu regulieren. Dein Körper will dir nie schaden, aber da auch er aus Erfahrung weiß, was schnelle Energie liefert, sendet er dir diese Signale. Für mich bedeutet es, dass man sich auch gerne mal guten Gewissens der eigenen Natur hingeben darf. Aber langfristig kannst du in solchen Situationen Schritt für Schritt aktiv neue Verhaltensmuster einbauen mit der Hilfe von regelmäßigen Mahlzeiten und vollwertigen Produkten, die dir insgesamt gute Energie und Nährstoffe liefern. Mit der Zeit wirst du den Unterschied zwischen Heißhunger und Intuition bemerken.

Individuelle und typgerechte Ernährung sind bei dir der entscheidende Faktor um sich rundum wohl zu fühlen. Wie finde ich raus, welcher Typ ich bin?

In der Jahrtausende alten Heillehre des Ayurveda, aber auch in der relativ jungen westlichen Heillehre wird zwischen bestimmten Typen und Typenmischungen unterschieden. Ich arbeite speziell mit einer Kombination der Typenlehre aus dem Ayurveda und der westlichen Heillehre, weil sie sich sehr ähneln und gut ergänzen. Im Ayurveda wird grundsätzlich zwischen den Typen Vata, Pitta und Kapha unterschieden, die meiner Meinung nach äquivalent zu den Typen Empfindungs-, Bewegungs- und Entspannungstyp sind. Jeder Mensch hat eine einzigartige Mischung dieser Energien. Ich zum Beispiel bin ein Pitta-Vata-Typ oder Bewegungs-/ Empfindungstyp, was sich in gegebenen körperlichen sowie seelisch-geistigen Charakteristiken bemerkbar macht.

Durch bestimmte Lebensumstände und Ernährungsgewohnheiten kann die grundlegende Konstitution aus dem Gleichgewicht geraten. Das wundervolle an dieser Herangehensweise ist, dass jeder Energie bestimmte Lebensmittel und Techniken zugeschrieben werden, die dafür sorgen können, dass sie wieder ins Gleichgewicht kommen können. Habe ich zum Beispiel als Pitta-Typ (dieser Typ wird dem Element Feuer zugeschrieben) zu viel von dieser Energie, kann sich das bei mir an geröteter Haut, übermäßige Wut und Sodbrennen zeigen. Wenn ich also weiß, welche Tendenzen ich habe, wie Ungleichgewichte sich bemerkbar machen und was ich tun kann, um diese Energie wieder etwas abzumildern, habe ich starke Werkzeuge für mein eigenes Wohlbefinden.

Letztendlich bildet diese Herangehensweise auch nur eine Orientierung, die nicht immer zwangsläufig funktionieren muss, weil wir Menschen einfach nicht in ein Raster gesteckt werden können und kein Mensch dem anderen gleicht. Aber die Lebensqualität kann enorm gesteigert werden durch diese Maßnahmen, deshalb lasse ich den Konstitutionstypen-Test von meinen KlientInnen immer ausfüllen. In diesem Rahmen habe ich auch eine schöne und übersichtliche Broschüre für Zuhause angefertigt.

Was denkst du machen wir falsch, dass wir wieder in alte Muster verfallen und unsere neu gewonnenen gesunden Gewohnheiten zu schnell über Bord werfen?

Ich glaube nicht, dass wir etwas falsch machen, wenn wir in alte Muster verfallen. Es wäre eher ungünstig für uns und unsere Gesundheit, wenn wir in alte, schlechte Gewohnheiten zurückgehen und dort bleiben würden. Warum fallen wir aber in alte Gewohnheiten zurück? Wir Menschen sind Gewohnheitstiere und die alten Muster werden wir sehr wahrscheinlich viele Jahre zuvor so gelebt haben. Es ist nicht leicht eine neue Gewohnheit zu etablieren, wo die alte doch so bequem und gewohnt ist. Ich denke aber auch, dass viele Menschen (inklusive ich selbst) zu ungeduldig sind, was den Erfolg der eigenen Bemühungen betrifft. Heutzutage muss alles immer schnell und sofort funktionieren. Dass der Körper und vor allem die Seele aber ihre Zeit benötigen, um Veränderungen wahrzunehmen, anzunehmen und auszuleben, ignorieren wir gerne.

Deshalb ist es mir selbst und bei meiner Arbeit wichtig, kleine Schritte zu gehen. Zu akzeptieren, dass es Gewohnheiten gibt, die ich eigentlich nicht mehr in meinem Leben haben möchte, nach denen ich mich aber trotzdem immer noch sehne. Wenn zu hohe Ziele gesteckt werden, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie schnell wieder aufgegeben werden viel höher, als wenn mit „Babysteps“ Woche um Woche, Monat um Monat an kleinen Dingen gearbeitet wird. Schließlich verändert sich unser Befinden langfristig auch, wenn wir kleine Schritte gehen und das beste daran ist, dass es nachhaltiger ist, weil nicht so sehr damit gekämpft werden muss. Ganz automatisch geht man dann mit der Zeit mehr und mehr Schritte, die einem gut tun, weil die neuen Veränderungen zur Gewohnheit geworden sind und wir uns so viel besser damit fühlen. Dann möchte man automatisch nicht mehr zurück.

Vielen lieben Dank Annabell für das interessante Interview!

Mehr Informationen über Annabell erhaltet ihr auf ihrer Website.

Oder sendet ihr eine Email an: hello@gesundheitmitannabell.de

Annabell Makowski wurde fotografiert von Marina Kozlova

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